Eigentlich sollte man meinen, dass der Sklavenhandel in Europa nicht existiert. Oder doch? Wird er nur anders genannt? Nehmen wir das Beispiel Fußball, wo ein Verein einem anderen Verein einen guten Spieler weiterverkauft. Man nennt es Ablösesumme. Ein “moderner” Sklavenhandel also?
Es ist unglaublich, welche Summen für den Transfer eines Spielers bezahlt werden. Jüngstes Beispiel ist der 27-jährige brasilianische Spieler Ricardo Izecson dos Santos Leite, der wegen der zweiten Silbe im ersten Vornamen kurz “Kaká” gerufen wird. Er wechselt für sage und schreibe 65 Millionen Euro vom italienischen Club AC Mailand zum spanischen Verein Real Madrid. Ein Betrag, der seine “gefühlte Höhe” verliert, wenn man von den Hundert Millionen Beträgen hört, die jeden Tag in den Medien genannt werden, für Staatshilfen, die Betriebe fordern, um angeblich in der Wirtschaftskrise zu überleben.
Dabei ist dies noch nicht einmal der höchste, jemals für einen Spieler gezahlte Betrag. Schon 2001 wurden 76 Millionen gezahlt für den französischen Ausnahmespieler Zinedine Zidane (Sie wissen doch der, der mit dem Kopfstoß – rote Karte - bei der Weltmeisterschaft 2006, beim Spiel Frankreich gegen Italien).
Wie ich soeben aus den Nachrichten erfahre, wird der portugiesische Fußballer Cristiano Ronaldo für die unglaubliche Summe von 93 (in Worten: dreiundneunzig) Millionen Euro von Manchester United nach Real Madrid wechseln. Manchester erteilte dem spanischen Rekordmeister die Erlaubnis, mit dem 24-jährigen Star und Weltfußballer des Jahres 2008 über einen Wechsel zu verhandeln. Zugleich setzten die Engländer Real für eine Einigung mit dem Portugiesen eine Frist bis zum 30. Juni. Man fragt sich, wo nimmt Real Madrid das viele Geld her? Wird sich Real, als eventuell Betroffener der Weltwirtschaftkrise, das Geld vom spanischen Staat holen? Sowas ist ja in Mode gekommen.
Die teuersten Transfers der Fußball-Historie
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Spieler |
Jahr |
von |
zu |
Ablöse* |
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| 1. | Zinedine Zidane | 2001 | Juventus Turin | Real Madrid | 76,0 |
| 2. | Kaka | 2009 | AC Mailand | Real Madrid | 65,0 |
| 3. | Luis Figo | 2000 | FC Barcelona | Real Madrid | 58,2 |
| 4. | Hernan Crespo | 2000 | AC Parma | Lazio Rom | 56,5 |
| 5. | Gaizka Mendieta | 2001 | FC Valencia | Lazio Rom | 48,0 |
| 6. | Ronaldo | 2002 | Inter Mailand | Real Madrid | 45,0 |
| Rio Ferdinand | 2002 | Leeds United | Manchester U. | 45,0 | |
| 8. | J. S. Veron | 2001 | Lazio Rom | Manchester U. | 44,5 |
| 9. | Christian Vieri | 1999 | Lazio Rom | Inter Mailand | 42,6 |
| 10. | Filippo Inzaghi | 2001 | Juventus Turin | AC Mailand | 41,2 |
*Ablösesummen in Millionen Euro – Quelle: Kölner Stadtanzeiger
11:24 on September 20th, 2009 1
Meiner Meinung nach dienen die hohen Ablösesummen nur dem Spektakel und der Ausgrenzung. Da es sich um immer die gleichen Clubs handelt, die sich gegenseitig so hohe Ablösesummen zahlen, kann man bei den Ablösesummen zwischen Brutto und Netto unterscheiden. Bsp: Parma zahlt Lazio EUR 56.6, Lazio zahlt Inter EUR 42.6, Inter zahlt Real EUR 45. Insgesamt hat Lazio EUR 13.9 erhalten und Inter hat nur EUR 2.6 ausgegeben. Beiden sind aber wegen der hohen Bruttozahlungen Aufmerksamkeit in den Medien sicher. Wegen dieser hohen Bruttozahlungen werden aber die meisten Clubs ausgeschlossen, sich an den Transfers einer kleinen Gruppe von Spielern zu beteiligen.